01 - 12 - 2022

Von Barr nach Sélestat (17. Juli 2022)

Der letzte Tag meiner Pilgerwanderung bricht an und ich habe noch ein strammes Programm vor mir. Sonntags verkehren die Züge hier nur spärlich und so komme ich nach Frühstück und gemütlicher Tagesvorbereitung erst mit den frühesten Zug um 9:26 Uhr aus Obernai weg. Ab Barr habe ich ca. 25 Kilometer vor mir, die ich bis spätestens 16 Uhr absolviert haben muss. Kurz darauf beginnt nämlich schon die Rückkehr nach Koblenz, den Zug nach Strasbourg darf ich nicht verpassen.

Von Dorlisheim nach Barr (16. Juli 2022)

Gut geschlafen und erholt, das ist das Fazit der vergangenen Nacht. Aufgewacht bin ich auch erst um 6:15 Uhr, also für meine Verhältnisse auf dieser Pilgertour recht spät. Ab 7:30 Uhr gibt es Frühstück, typisch französisch, was ich aber nicht abwertend meine. Es gibt ein halbes Baguette und ein Schokocroissant, dazu Marmelade, Kompott und Frischkäse. Im Anschluss mache ich mich in Ruhe fertig und bin mit kleinem Gepäck nach zehn Minuten am Bahnhof. Eigentlich wollte ich den kleinen, faltbaren Rucksack von Susanne mitführen, der liegt aber nicht besonders gut am Rücken. Deshalb nehme ich meinen gewohnten Rucksack, aus dem ich alles Unnötige entfernt habe. Pünktlich um 8:41 Uhr fahre ich mit der Bahn nach Dorlisheim und starte die heutige Etappe.

Von Strasbourg nach Dorlisheim (15. Juli 2022)

Es ist eigentlich jeden Morgen das gleiche, wenn ich auf einem Camino bin. Einen Wecker muss ich mir nie stellen, da ich regelmäßig früher als geplant aufwache. Die Zeit nutze ich dann, um mich in aller Ruhe auf den Tag vorzubereiten. Gegen 7 Uhr verlasse ich das Hotel und begebe mich an das Ufer der Ill. Ich ziehe durch das Viertel Petit France, sicherlich eines der schönsten von Strasbourg. Nach 4 Kilometern verlasse die Ill und folge nun dem Canal de la Bruche, der im 17. Jahrhundert zum Transport von Baumaterial für die Festungsanlage von Strasbourg entstand. Ausgangspunkt war Soultz-les-Bains in der Nähe von Molsheim, die Streckenlänge beträgt ca. 22 Kilometer. Der letzte Transport auf dem Kanal wurde 1939 durchgeführt. Den ehemaligen Treidelpfad hat man zu einem gut ausgebauten Fahrradwanderweg umgewandelt, der gerne genutzt wird, wie ich heute feststellen darf. Asphalt-Hasser unter den Pilgern werden den Abschnitt lieben.